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Beitrag von Annalena Caputo

Aus alt mach neu: BANI ist das neue VUKA.

VUKA und New Work.

VUKA – ein Begriff, den jeder kennt und der kaum mehr einer Erklärung bedarf. Nur allzu oft wird unsere heutige Arbeitswelt mit dem Akronym VUKA beschrieben, das für volatil, unsicher, komplex und ambigue steht. Wir befinden uns in einer Welt, in der sich Märkte rasant verändern, keine feste Planung möglich ist, wir mit Informationen tagtäglich überschüttet werden und es niemals die eine richtige Lösung gibt. Wir sind Tag für Tag mit Herausforderungen konfrontiert, die die Arbeit 4.0 – oder auch New Work – mit sich bringt.

Der Begriff VUKA ist weit verbreitet, zumindest davon gehört hat wahrscheinlich fast jeder schon einmal. Er wurde Ende der 1980er Jahre am United States War College eingeführt, um die multilaterale Welt nach dem Ende des Kalten Krieges zu beschreiben.

„1980er?“, fragen Sie sich jetzt vielleicht überrascht. Ja, ganz genau. Der Begriff ist schon über 30 Jahre alt und damit sogar älter als viele Ihrer heutigen Mitarbeitenden. In den letzten 30 Jahren sind Technologien wie Pilze aus dem Boden geschossen, der Klimawandel hat enorme Aufmerksamkeit erregt, die Politik hat sich gewandelt, und die Corona-Pandemie hat uns nun seit schon einem Jahr alle fest im Griff. Kann man diese Welt also noch mit VUKA beschreiben? Oder wird es nicht mal Zeit, dass der Begriff überdacht wird?

Jamais Cascio gab im Frühjahr 2020 in seinem Artikel „Facing the Age of Chaos“ erstmals die Idee für eine Alternative: BANI – das Pendant zu VUKA in einer neuen Welt. Es ist ebenso ein Akronym und stellt eine Weiterentwicklung des Begriffs VUKA dar. Aus volatil wurde brüchig (brittle), aus unsicher wurde ängstlich (anxious), aus komplex wurde nicht-linear (non-linear) und aus ambigue wurde unbegreiflich (incomprehensible).

BANI – Was wir haben und was wir brauchen.

Die vier Begriffe, die das Akronym BANI beinhaltet, beschreiben die heutigen Bedingungen, unter denen wir leben und arbeiten. Gleichzeitig implizieren sie jeweils bestimmte Handlungen und Eigenschaften, um den Herausforderungen unserer (Arbeits-)Welt standzuhalten.

Brittle.

In unserer Welt geht es oft nur noch um Profit und Effizienz. Unternehmen spezialisieren sich auf einzelne, spezifische Produkte, um maximalen Gewinn zu erzielen. Das Problem dabei: Sobald dieses Produkt an Wert verliert, bricht das System zusammen. Eine einzige Veränderung kann dazu führen, dass der gesamte Ablauf gestört ist. Was wir brauchen, um dies zu vermeiden, sind Belastbarkeit und Resilienz. Der Fokus sollte nicht auf einem einzigen, ganz spezifischen Produkt liegen, sondern auf mehreren. Mitarbeitende in einem Team sollten über alle Themen Bescheid wissen, statt nur über das eine, für das sie zuständig sind. Systeme müssen in der Lage sein, sich an Veränderungen anzupassen. Innovation und Flexibilität müssen gefördert und Resilienz geschaffen werden.

Anxious.

Tag für Tag sind wir gezwungen, Entscheidungen zu treffen. Was, wenn sie falsch sind? Was, wenn dadurch fatale Auswirkungen und Folgen entstehen? Die Angst davor, Fehler zu machen und falsche Entscheidungen zu treffen, prägt unsere heutige Arbeitswelt. Und nicht nur das: Unsere Angst wird verstärkt durch Falschinformationen, die überall und ganz besonders im Netz lauern. Wir können uns nicht auf Aussagen und Informationen verlassen und haben keine Kontrolle über die Nachrichtenflut, die uns überschwemmt. Das führt zu Angst, Unsicherheit und Hilflosigkeit. Was wir brauchen, um dem entgegenzuwirken, sind Empathie und Achtsamkeit. Wir müssen in der Lage sein, unsere eigene und die Angst anderer wahrzunehmen, unsere Bedürfnisse zu identifizieren und entsprechend darauf zu reagieren.

Non-linear.

In unserer Welt gibt es nicht immer einfach Ursache und Wirkung – ganz im Gegenteil. Unsere Welt ist charakterisiert durch Multikausalität, komplexe Zusammenhänge und zahlreiche unbekannte Einflüsse. Corona-Zahlen steigen exponentiell, politische Wahlergebnisse überraschen uns und der Klimawandel schreitet immer weiter fort. Für diese Probleme gibt es keine einfachen Lösungen oder einen einzigen logischen Grund – es gibt schlichtweg keine simplen linearen Zusammenhänge. Stattdessen sind sie so komplex, dass wir Einflüsse aus verschiedenen Richtungen in unser Denken einbeziehen müssen. Wir brauchen Kontext und Flexibilität. Wir müssen das gesamte System inklusive verschiedenen Umweltbedingungen betrachten. Dies ist der erste essenzielle Schritt, um flexibel auf Veränderungen reagieren und uns an diese anzupassen zu können.

Incomprehensible.

Neue Technologien ermöglichen uns, was wir nie für möglich gehalten hätten. KI und Big Data prägen die heutige (Arbeits-)Welt. Wir verstehen nicht mehr, wie komplizierte Programme, Systeme oder Algorithmen funktionieren – und doch funktionieren sie. Die Informationsmenge, auf die wir zugreifen können, ist unendlich groß. Das alles führt zu Unverständnis und Ungewissheit. Was wir deshalb benötigen ist Transparenz und Intuition. Denn je transparenter Systeme sind und je besser wir sie begreifen, desto mehr können wir auf unsere Intuition – unser unbewusstes (Erfahrungs-)Wissen – vertrauen.

Eine neue Zeit.

Jamais Cascio gibt mit BANI den Umständen und Bedingungen, dir wir gerade in der Welt sehen, einen neuen Namen. Er gibt uns ein Wort, das uns vielleicht dabei hilft, die Angst, Frustration und das Unverständnis, die momentan in der Gesellschaft herrschen, zu beschreiben. Cascio ist der Meinung, dass das, was gerade passiert, keine zeitlich begrenzte Ausnahme des Normalen darstellt, sondern wir uns vielmehr in einer neuen Phase des Lebens befinden. Wir können nicht erwarten, dass die Lösungen, die wir vor Jahrzehnten entwickelt haben, auch heute noch funktionieren. Stattdessen benötigen wir Verständnis und Akzeptanz für eine neue Welt, die Cascio mit BANI zu beschreiben versucht.

Die Reaktionen, die wir benötigen, um den Herausforderungen der Brüchigkeit, Angst, Non-Linearität und des Unverständnisses zu begegnen, stellen keine finalen Lösungen dar. Vielmehr bieten sie einen Ansatz dafür, neue Möglichkeiten zu finden und daraus dann entsprechende Lösungen zu entwickeln. Wir benötigen eine neue Sichtweise, um die immer komplexer und undurchsichtiger werdende Welt zu verstehen, unsere Angst und Unsicherheit zu besiegen und neue, flexible und innovative Lösungsansätze zu entwickeln. Denn wenn sich das System, in dem wir leben, so dramatisch verändert wie in dieser Zeit, müssen auch wir reagieren. Wir müssen uns und unser Handeln verändern – und zwar fundamental. Denn nur so gelingt uns der Schritt in eine neue Ära.

Gemeinsam. In der BANI-Welt.

Was also machen wir mit diesem – doch etwas abstrakten – Wissen und den Lösungsansätzen, die uns Cascio auf die Herausforderungen der BANI-Welt gibt?

Wir – unser gesamtes Team von mensch und kommunikation – versuchen Tag für Tag, die Bedürfnisse unserer Kunden bestmöglich zu identifizieren und ihnen vorausschauend das zu bieten, was sie als Unternehmen darin unterstützt, in der heutigen Arbeitswelt standzuhalten. Was uns am meisten am Herzen liegt, ist klar: SIE – der Mensch. Und das GEMEINSAME – die Kommunikation. Mit unseren Trainings, Seminaren und Coachings schulen wir die Kompetenzen, die in der heutigen Arbeitswelt unverzichtbar geworden sind: Kommunikation, Empathie, Vertrauen, Agilität... um nur einige davon zu nennen. Das sind die Kompetenzen, die in Ihrem Unternehmen Transparenz, Flexibilität, Belastbarkeit und Resilienz ermöglichen. Das ist unser Weg, gemeinsam mit Ihnen die Herausforderungen der BANI-Welt zu meistern.

Quellen:
Grabmeier (2021). It's BANI?. Managerseminare, 275, S. 24-30.
Cascio, Jamais (2020). Facing the Age of Chaos. https://medium.com/@cascio/facing-the-age-of-chaos-b00687b1f51d

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