Der Blog zu Kommunikation, Leadership und Teamwork

Beitrag von Ken Blanchard | Co-Founder und Chief Spiritual Officer von The Ken Blanchard Companies®

Stärkende Fragen machen den Unterschied!

Die meisten von uns, sogar Millennials, haben eine Arbeitshistorie, die von Anleitung und Kontrolle geprägt ist. Wir haben dies sowohl in der Schule als auch an unseren Arbeitsplätzen erlebt. Daher neigen wir dazu, Autorität eher als etwas zu betrachten, das von außen kommt, als wahrzunehmen, dass Autorität auch von innen kommen kann.

Folgende Fragen sind uns nur allzu bekannt:

In der Schule: „Was will mein Lehrer von mir? Was soll ich tun, um gute Noten vom Lehrer zu bekommen?

Bei der Arbeit: „Was will mein Chef von mir? Was soll ich für meinen Chef tun?

Während sich die Welt verändert, leben und arbeiten wir immer noch in einer Kultur, die von Top-Down-Management und hierarchischem Denken geprägt ist. Folgende Fragen stellen wir daher weitaus seltener:

In der Schule: „Was will ich in diesem Unterrichtsfach lernen? Woher weiß ich, dass ich etwas gelernt habe, was ich anwenden kann?

Bei der Arbeit: „Was kann ich dazu beitragen, damit mein Unternehmen erfolgreich ist?

Das sind stärkende Fragen. Präsident Kennedy rief zu dieser Art von Fragen auf, als er die Amerikaner aufforderte: „Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann, sondern was ihr für euer Land tun könnt.

Stärkende Fragen fördern die Möglichkeit, stärker und kompetenter zu werden. Warum also, benützen wir diese Fragen nicht öfter?

Fragen so zu stellen, wie wir es gewohnt sind, geht zurück auf all die hart erarbeiteten Erziehungs-, Lehr- und Managementfähigkeiten, die wir in unserer hierarchischen Kultur erworben haben. Tatsächlich ist es so, dass wir uns als Eltern, Lehrer oder Führungskräfte dafür verantwortlich fühlen, den Menschen zu sagen, was sie tun sollen, wie sie es tun sollen und warum es getan werden muss. Wir glauben, wir würden uns unserer Verantwortung entziehen, wenn wir Kindern, Studenten oder Mitarbeitern folgende stärkenden Fragen stellen würden:

Was denkst Du, was getan werden muss, und warum wäre das wichtig?

Was denkst Du, welche Ziele Du haben solltest?

Wie solltest Du Deiner Meinung nach vorgehen, um Deine Ziele zu erreichen?

Viele von uns haben Angst, die Kontrolle an unsere Mitarbeiter abzugeben, weil wir uns darüber Sorgen machen, zu welchen Ergebnissen das führen könnte. Doch Unternehmen, in denen eine Kultur der Selbstermächtigung herrscht, übertreffen fast immer ihre hierarchischen Konkurrenten. Schauen wir uns folgende Geschichte des Ritz-Carlton an, einem Unternehmen, das für seine Kultur der Mitarbeiterermächtigung bekannt ist.

Ein Schadenvermeidungs-Beauftragter (Loss Prevention Manager) des Ritz-Carlton, Toronto, wurde zum zweiten Mal in ein Hotelzimmer gerufen, nachdem er eine Beschwerde über Kinder erhalten hatte, die Hockey im Flur spielten. Eine typische Reaktion wäre gewesen, an die Tür der Familie zu klopfen und sie zu bitten, ruhig zu sein. Aber das Ritz-Carlton ermutigt seine Mitarbeiter, selbstständig zu denken, um die „Goldstandards“ des Unternehmens einhalten zu können. Diese Standards bringen die Mitarbeiter dazu, folgende Fragen zu stellen, z.B.:

  • Wie kann ich auf ausgesprochene und unausgesprochene Wünsche und Bedürfnisse unserer Gäste eingehen?
  • Wie kann ich einzigartige, unvergessliche und persönliche Erfahrungen für unsere Gäste schaffen?

Anstatt den Eltern mitzuteilen, dass sie ihre Flur-Hockey spielenden Kinder zum: „Psst! Leise sein!“ bringen müssen, hat der Loss Prevention Mitarbeiter eine kreative Lösung gefunden. Er beauftragte die Kollegen der Bankett-Abteilung, in einem der Besprechungsräume, einen Bereich zu isolieren und dort eine Hockey-Bahn zu bauen. Die Bankett-Tische sollten als Rahmen dienen. Während der Errichtung der „Hockey-Bahn“, fuhr er selbst zu einem lokalen Sportgeschäft und kaufte zwei Hockey-Netze, sechs Schläger und Hockeybälle. Schließlich übermittelte er der Familie eine schriftliche Notiz und lud sie zu einem spontanen Hockeyspiel gegen die Loss Prevention All-Stars ein.

Es ist unnötig zu erwähnen, dass die Familie begeistert war.

Es wurde ein knappes Match zwischen den Loss Prevention All-Stars und Team Family ausgetragen, wobei Team Family als Sieger hervorging. Das Spiel wurde von den hauseigenen Kameras der Schadenvermeidungs-Abteilung aufgezeichnet und Team Family wurden Fotos ihres sagenhaften Spiels zugeschickt.

Jetzt war die Familie doppelt begeistert.

Mein Freund Tony Robbins sagt oft: „Erfolgreiche Menschen stellen bessere Fragen und erhalten dadurch bessere Antworten.“ Beginne also, Dir ein paar selbstermächtigende Fragen zu stellen, und ermutige Deine Mitarbeiter, dasselbe zu tun!

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