Die Körpersprache: Der Wirkfaktor Nummer 3

Der Sprache des Körpers wohnt ein Zauber inne, da sie einen Teil des unbewussten Anteils der Kommunikation sichtbar werden lässt.

Egal ob Bill Clinton sein intimes Verhältnis zu Monika verbal leugnete, oder Bundeskanzlerin Merkel zum Rücktritt Guttenbergs verkündete, sie sei überzeugt „auch in Zukunft Gelegenheit zur Zusammenarbeit“ zu haben - die unbewussten körpersprachlichen Signale sprechen eine andere, deutliche Sprache (vgl. Phoenix vom 1.3.2011 - Pressekonferenz zum Rücktritt Guttenbergs).

„Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare“

Christian Morgenstern

Da „verhalten“ das einzige Verb in der deutschen Sprache ist, zu dem es kein Gegenteil gibt (niemand kann sich „nicht-verhalten“), wird deutlich, wie omnipräsent und immerwährend Körpersprache ist. 
Jedes Verhalten = Kommunikation. Dies hat einen immerwährenden Kommunikationsprozess zur Folge. Ergo: Wir kommunizieren immer. Ob wir wollen oder nicht. Ob wir es wissen oder nicht. 


Im Mittelpunkt stehen hierbei 5 Bereiche der Körpersprache:



Körperhaltung


Hiermit ist sowohl die Haltung im Sinne einer guten Körperspannung bzw. eines aufrechten Oberkörpers etc. gemeint, als auch das Aufhalten des Körpers im Raum (wo im Raum hält sich der Körper auf?!)

„...jeder unter den Milliarden Menschen dieser Erde hat auch eine andere Art zu gehen, zu stehen, sich zu bewegen und auszudrücken“

Samy Molcho, Experte für Körpersprache

Praxis-Tipp:

  • Das Zauberwort für Bewegung im Raum lautet „stopp and go“. Gerne den Standpunkt (häufig) verändern, dann aber immer wieder auch zu Ruhephasen an einem Standpunkt kommen.
  • Besonders Frauen können durch eine gute Körperhaltung stark beim männlichen Geschlecht punkten, ohne dass denjenigen diese bewusst wird. Eine Begeisterung für Turnen, Tanzen, Ballett, Yoga etc. kann hier gute Dienste leisten.

Gestik

Die Bildsprache der Hände braucht vor allem eines: Freiheit.
 DinA6-Stichwortzettel können dies sehr gut gewährleisten, so dass sich die natürliche Bewegung der Hände beim Sprechen frei entfalten kann. In „Ruhephasen“ sollten sich die Hände im „positiven Bereich“ d.h. oberhalb der Gürtellinie befinden.

Praxis-Tipp:



Ein Üben von Handbewegungen vor dem Spiegel kann grundsätzlich nicht empfohlen werden. 
Durch die visuelle Kontrolle wird der natürliche Bewegungsfluss der Hände gehemmt, ein kreatives, freies und angemessenes Gestikulieren würde dadurch verhindert.

Mimik

Wenn man mit einer Person kommuniziert, steht besonders das Gesicht unter Beobachtung. Es zeigt die Gefühle eines Menschen.

„Vultus loquitur quodcumque tegis.“


(“Deine Miene spricht aus, was auch immer Du verheimlichst.)

Seneca, röm. Staatsmann

Blickkontakt

Augen sind sowohl Informationssammler als auch Informationssender. Der Blickkontakt gilt als subtilste Art zwischenmenschlicher Kommunikation. Große, offene Augen haben eine nachgewiesen positive Wirkung auf Menschen, denn sie zeigen Interesse.

Praxis-Tipp:

  • Zu Beginn des Vortrags: Blickkontakt stellt eine erste Beziehung zum Auditorium her.
  • In der Mitte des Vortrags: Der Blickkontakt dient als Instrument, um Aufmerksamkeit zu gewinnen. Das Publikum fühlt sich angesprochen.
  • Am Ende: Ein längerer Blick unterstreicht die letzten Aussagen
  • Wer über Menschen hinwegsieht, spricht auch über sie hinweg.
  • Lasst die Blicke nicht zu schnell schweifen.
  • Optimal ist es, den Blick 1 - 1,5 Sekunden auf einer Person ruhen zu lassen.

Erscheinungsbild

Ihre Kleidung und Ihre persönliche Erscheinung sprechen für Sie, bevor Sie auch nur das erste Wort gesprochen haben.

Praxis-Tipp:

Mit einem Fachmann bzw. einer Expertin 2-3 Outfits zusammenzustellen (das kann auch
jemand aus dem Freundeskreis sein) bringt Dir nicht nur Freude an den schönen Klamotten, sondern auch die optische Sicher- und Gelassenheit bei wichtigen Terminen!