Die Visualisierung einer Präsentation

Verstehen helfen & Erinnern steigern!
Das Sichtbarmachen von Kommunikationsinhalten wird "Visualisierung" genannt.
Jede Grafik, jedes Foto und jede Zeichnung unterstützt die Zuhörer beim Verstehensprozess.

Weitere Vorteile der Visualisierung:

Übersichtlichkeit

  • der rote Faden ist für die Zuhörer jeder Zeit ersichtlich
  • schwierige Sachverhalte sind durch optische Unterstützung leichter zu vermitteln
  • Zusammenhänge werden leichter erkennbar
  • zentrale Aussagen hervorheben, sie werden dadurch besser erfasst
  • Behaltens-Erleichterung
  • visualisierte Inhalte wirken als Gedächtnisstütze
  • Rechte u. linke Gehirnhälfte werden gleichermaßen stimuliert

Beteiligung

  • Die Aufmerksamkeit wird gesteigert, Zuhörer folgen dem Vortrag aktiver
  • Zu-spät-Kommer können leichter einsteigen
  • Redeaufwand verkürzen: aussagekräftige Bilder machen lange Erklärungen überflüssig (1 Bild sagt mehr als 1000 Worte)

Praxis-Tipp:

Beim Essen gilt: „Das Auge isst mit!“ – genauso bei Präsentationen. Liebevolle Zeichnungen, eine schöne Schrift, kleine Skizzen, Bilder etc. geben jedem Vortrag einen ­ästhetisch ansprechenden Rahmen.

  • arbeite mit Farben - Motto: farbig ja, bunt nein!
  • nutze eine gut lesbare Schrift (mit Beamer an Wand testen!)
  • freie, unbeschriebene Flächen dienen als Strukturgeber und helfen dem Zuhörer bzw. Zuschauer bei der Orientierung
  • verwende Symbole. Selbst die einfachsten Strichmännchen unterstützen die Wirkung der Rede bzw. Inhalte

Medieneinsatz

Der Einsatz von Präsentationsmedien soll den Präsentierenden weder verdrängen noch ersetzen - sondern ­unterstützen!  Setze Medien wie Make-up ein. Sie sollen unterstreichen und nicht überdecken.

Für jeden Einsatzzweck das passende Medium. Bei der  Wahl des richtigen Mediums sollten Faktoren wie ­Gruppengröße, technische Rahmenbedingungen, Inhalt und Zielgruppe berücksichtigt werden.
Die Medien werden hier mit Ihren Stärken und Schwächen vorgestellt.

FlipChart

Die Blätter können entweder vor der Präsentation oder auch spontan währenddessen beschriftet werden. Das fördert den sukzessiven Aufbau der Informationen sowie eine Zusammenarbeit mit der Gruppe. Das Flipchart ist vor allem im Business-Umfeld sehr verbreitet und damit eine gute Übung fürs spätere Berufsleben.

Vorteile

  • sowohl vorgefertige Blätter als auch spontaner Entstehungsprozess am Flipchart mit den Teilnehmern möglich
  • sukzessiver Aufbau von Info möglich
  • flexibel und erweiterbar
  • Gruppe kann Bild selbst erarbeiten
  • einfache Handhabung
  • vergleichsweise geringer Platzbedarf
  • transportierbar und im Raum flexibel aufstellbar

Nachteile

  • Platzbedarf beim Transport
  • vergleichsweise teures Papier
  • relativ kleine Fläche zum Beschriften (nicht für sehr große Räume geeignet)

Praxis-Tipp:

  • für alle sichtbar aufstellen
  • keine Sätze! Stattdessen Schlüsselwörter verwenden
  • nicht mehr als 7 Zeilen pro Blatt
  • deutlich, groß und nicht zu eng schreiben
  • Farben verwenden (blau/grün für Überschriften, rot nur für Markierungen)
  • entweder sprechen ODER schreiben (nicht gleichzeitig)

Whiteboard / Tafel

In Schulungsräumen, egal ob Universität oder Fortbildungszentrum, gibt es manchmal noch die klassische Tafel. Oft existiert stattdessen ein Whiteboard. Die magnetische Oberfläche eröffnet zusätzliche Möglichkeiten.

Vorteile

  • spontan einsetzbar
  • als Klebe- oder Magnetfläche verwendbar
  • farbige Darstellung möglich
  • ökologisch unbedenklich

Nachteile

  • nicht wischfest
  • Gefahr, zur Tafel zu sprechen
  • vollgeschriebene Tafeln müssen abgewischt werden
  • feste Montage erzwingt bestimmte Sitzordnung

Pinwand

Meist bespannt man die Pinwand zuvor mit Packpapier, so kann sie gleichzeitig auch als Leinwand eingesetzt werden. Neben den vielseitigen Einsatzmöglichkeiten, bietet die Pinwand die Möglichkeit eines sukzessiven Aufbaus der Informationen und der Abbildung komplexer Zusammenhänge.

Vorteile

  • mehr Platz als Flipchart, sukzessive Erarbeitung von Aussagen möglich, Elemente vorbereitet und/oder spontan einsetzbar
  • Überschaubarkeit, Ordnung (komplexe Zusammenhänge abbildbar)
  • flexibles Umhängen der Karten möglich
  • Thema/Information für alle (dauerhaft) sichtbar
  • Ergebnisse der Teilnehmer aus einer Gruppenarbeit lassen sich von den Teilnehmern hier besonders gut darstellen/präsentieren

Nachteile

  • Transport von Pinwänden (oft sperrig bis unmöglich)
  • hoher Papierverbrauch

Praxis-Tipp:

  • Eine Karte pro Aussage
  • Druckschrift verwenden
  • Stichworte statt Sätze
  • Maximal 4 Farben pro Plakat

Beamer & PowerPoint

Die Verwendung birgt einige Gefahren, die von den wenigsten Rednern erkannt werden. In der Regel wird die Vorbereitungszeit für eine überdurchschnittliche Präsentation unterschätzt. Wirklich gute PowerPoint-Präsentationen finden sich deshalb nicht besonders häufig. Die Standard-Präsentation ist die Regel – an der Uni und im Firmenalltag.

Vorteile

  • Mulimediale Einbindung von Videos und Sounds möglich
  • bis kurz vor Beginn des Vortrags sind leichte Veränderung/Ergänzungen möglich
  • Grafiken, Internet-Abbildungen und Farben möglich
  • Fernsehstimmung: Publikum ist es gewohnt und mag es

Nachteile

  • Gefahr dass Referent in Hintergrund tritt, die gesamte Aufmerksamkeit der Blicke „hängt“ an der Wand
  • eingeschränkte Bewegungsmöglichkeit des Redners durch den „Projektionskegel“
  • als Konsequenz kann eine Distanz zu den Zuhörern entstehen
  • Gefahr des Technikversagens, Ausweichprogramm notwendig (aufwendig!!!)
  • dadurch erhöhte Gefahr, dass Zuhörer „einschlafen“
  • laute Beamer stören (ggf. die unbewusste Konzentrationsfähigkeit)
  • Der Ablauf ist festgelegt und nahezu unveränderbar
  • extrem hoher Vorbereitungsaufwand
  • technisch anspruchsvoll


Was die Zuschauer an PowerPoint-Präsentationen am meisten nervt

  • Wenn der Vortragende den Text der Folien vorliest
  • Wenn der Text zu klein ist
  • Wenn ganze Sätze statt Stichworten gebraucht werden
  • Wenn die Farben ungünstig gewählt und wenig kontrastreich sind
  • Wenn die Schrift zu sehr animiert ist
  • Wenn die dargestellten Diagramme und Charts zu vollgestopft sind
  • Wenn statt vielen Bildern nur viel Text erscheint

Praxis-Tipp:

  • keine selbsterklärenden Folien!
  • nicht mehr als ca. 8 Zeilen pro Folie
  • Stichwörter (notfalls kurze Aussagen)
  • für Animationen & Effekte gilt: „Weniger ist mehr!“
  • pro Kernaussage eine Folie verwenden,
  • Präsentation zwischendurch ausblenden (“B“-Taste = black), um die Aufmerksamkeit wieder auf den Sprecher zu ziehen
  • Einzelne Folien können direkt angewählt werden (Nummer+Enter)
  • lesbare Schriften mit großer Zeichenbreite verwenden (Schriftgöße 44 für Überschriften, 28 für Unterpunkte)